Erinnerungen von Horst Schudack

23. November 2020

Zahlreiche Spieler wechselten in den zurückliegenden Jahren die Vereinszugehörigkeiten. Die ersten drei Spieler aus Senftenberg, aus meiner Erinnerung, waren bereits nach der Wende zur DDR – Meisterschaft der Schülermannschaft (jetzt U14). Mit der Sportschule in Cottbus wurde die Attraktivität auch für Briesker oder Pumper Fußballjungen interessanter. Unabhängig von ihrer Vereinszugehörigkeit träumt jeder Spieler von höherklassigem Sport entsprechend seinem Leistungsvermögen. Dabei spielen viele Sportler auch bei nachlassender Leistung eben mal ein oder zwei Klassen tiefer, Hauptsache er betreibt überhaupt Sport.

So ist zum Beispiel Klaus Stabach von Brieske nach Cottbus gewechselt und hat nach 10 Jahren in Cottbus, mit einem Tor im letzten Aufstiegsspiel, endlich für den Wiederaufstieg gesorgt. Später, nach der Wende, war er maßgeblich als Geschäftsführer, Sportdirektor und Finanzer am Aufstieg bis in die Bundesliga beteiligt. Volker Ziegenhagen, ebenso Torwart bei diesem Aufstieg und vorher mit Brieske in einer Liga ist heute Sprecher des Ehrenrates bei Energie Cottbus. Auch Horst Berger war in Brieske in einigen Leitungsfunktionen tätig, blieb auch nach seinem Umzug Trainer bei Spielen und war hauptsächlich Nachwuchsleiter.

Bei Brieske sind gleich drei Trainer mit Energievergangenheit tätig gewesen.

Ulli Stege, einer der selbst als ehemaliger Lok-Nachwuchsspieler und geborener Cottbusser die Beschimpfungen der „Heimatlosen“ ertragen musste. Eckehard Zeidler, Lauchhammeraner, der über Vorwärts Cottbus zu Energie kam und als flitzender Außenstürmer bekannt war. Auch Steffen Rietschel, ein Laubuscher, der wohl zu schnell den Leistungssport bei Energie verlassen hat und dafür heute sorgt, dass die Knappen erfolgreichen Fußball spielen. Ich bin auch sicher, dass die Briesker Fußballfans die Entwicklung von Sebastian Schuppan und Alexander Bittroff bei Energie mit Stolz beobachteten.

So gesehen, die besten Wünsche dem FSV „Glückauf“ Brieske/Senftenberg zu seinem 100. Geburtstag, denn seine Entwicklung war die Basis des heutigen FC Energie Cottbus.

 

Wechsel von Brieske nach Cottbus

1963 war wohl das schwärzeste Jahr in der Geschichte des Briesker Fußballs. Der Wechsel nach Cottbus der bisherigen Oberligamannschaft. Brieske, Senftenberg und die Region waren äußerst aufgebracht. Proteste, Eingaben, auch Gespräche in höheren Regionen brachten nichts. Auch die Eingabe an den Staatsrat durch den Sektionsleiter Fußball brachte nur die lapidare Antwort, man habe die Angelegenheit den zuständigen Organen übergeben, die nie eine Antwort gaben.

Man hatte in Cottbus als Bezirkshaupt einen Sportclub gebildet, um Leistungssport zu betreiben. Radsport, Boxen und auch Turnen brachten schon beachtenswerte Spitzenergebnisse. Aber jeder damals in der DDR gebildete Sportclub „brauchte auch eine Fußballmannschaft“. In Schwerin wurde die eigene Bezirksligamannschaft aufgenommen. Später erkannten die Sportfunktionäre in der Partei, man müsse viel mehr die Einzeldisziplinen für Olympia vorbereiten und Fußball als Mannschaft bringt höchstens mal eine Goldene. Also Fußball nur in 10 Zentren konzentrieren, damit fiel Cottbus heraus, die BSG Energie war gegründet.
Aber selbst der Energienachwuchs und der vorherige SCC wurden jahrelang als sogenannte „Heimatlose verschrien und beschimpft.“ Der neue SC Cottbus bekam mit 14 Brieskern, Uli Koinzer und anderen Spielern auch eine ligataugliche Mannschaft. Da ab der Zweiten Mannschaft und dem Nachwuchs die Sportlerjugend in Brieske blieben, nach einem Jahr Spieler nach Brieske zurück gingen, schaffte Brieske als Bezirksmeister sogar den Aufstieg in die Liga mit Spielen gegen den SC Cottbus, was sich später mitunter wiederholte.
Trotzdem haben die Briesker Funktionäre immer wieder unter schwierigsten Bedingungen Mannschaften formieren können, so dass man Energie, Brieske und Pumpe zu den führenden Fußballabteilungen im Bezirk zählen konnte. Da zwischen diesen Mannschaften und Sektionen immer wieder Spielerwechsel stattfanden – ob offiziell oder hinter dem Rücken – entwickelte sich aber trotzdem ein gesundes Verhältnis. Besonders durch den Nachwuchs hatte Cottbus mit der Sportschule gute Möglichkeiten Nachwuchs leistungsgerecht zu erziehen. Bereits zu DDR-Zeiten wurde das Verhältnis besser. Als 1984 der Bezirksfachausschuss Fußball, neu besetzt wurde, war es eine der ersten Entscheidungen Vertreter aller 3 Mannschaften/Vereine in den Vorstand des BFA zu holen. Diese Entscheidung brachte doch erhebliche Ruhe in das damalige Miteinander, auch wenn natürlich auf dem Spielfeld weiter bis zum Äußersten um die Punkte gerungen wurde.

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