Erstklassiger Fußball (1933-1949)

Grube Marga auf dem Weg ins Oberhaus des DDR-Fußballs

Wer glaubte, dass nach dem Verbot des Arbeitersports die Mannschaft der Grube Marga auseinanderbrach sah sich getäuscht. Von Jahr zu Jahr gelang den Knappen der Aufstieg in die jeweils höhere Spielklasse. Im Jahr 1940 war es dann geschafft. Dem SV Sturm Grube Marga gelang der Aufstieg in die Gauliga Berlin/Brandenburg, der damals höchsten Spielklasse im Dritten Reich. Der Meister qualifizierte sich für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. Als einziger Provinzklub galten die Knappen als unbequemer Gegner. Mit Respekt gastierte die Berliner Konkurrenz von Hertha BSC, TennisBorussia oder der Sp.Vgg. Blau-Weiß 90 im Niederlausitzer Revier.

Während im ersten Jahr der Klassenerhalt sicher erreicht wurde, musste die Mannschaft im zweiten Jahr ihrer Zugehörigkeit als Tabellenschlusslicht den Abstieg antreten. Erst 1946 machte der Fußball in Brieske/Marga wieder aus sich aufmerksam. Fritz Zaumseil und Edmund Hampel die beiden Vorsitzenden des Vereins sowie Paul Lehmann, Arthur Drescher, Werner Riska und viele andere arbeiteten am Wiederaufbau des Vereins. Schon 1947/48 wurde Marga Westlausitzer Bezirksmeister. 1949 standen die Fußballer der neuen BSG Franz Mehring Marga, die dem Braunkohlenkombinat angeschlossen wurde im Finale um die Brandenburgische Meisterschaft gegen Babelsberg. Nach den Hin- und Rückspielen war ein drittes Entscheidungsspiel notwendig, welches die Babelsberger vor 8 000 Zuschauern in Eberswalde glücklich mit 2:1 für sich entschieden. Nur zwei Wochen später gelang den Knappen die Revanche. Im Endspiel um den Brandenburger Pokal setzen sich die Knappen mit 4:1 gegen die Babelsberger durch und feierten den Landespokalsieg.

Mit der Vizelandesmeisterschaft qualifizierte sich Grube Marga für die neue DDR-Oberliga, die zunächst als Deutsche-Sportbund-Liga bezeichnet wurde. Bereits am ersten Spieltag der Saison 1949/50 gastierte die BSG Franz Mehring Marga beim Ostzonenmeister der Vorsaison ZSG Union Halle. Schnell führte die Mannschaft von der Saale mit 2:1. Doch die kampfstarken Knappen erarbeiteten sich noch zwei weitere Treffer und gewannen beim Meister mit 4:3. Als am 5. Spieltag dann Meisterschaftsfavorit Dresden- Friedrichstadt in der Elsterkampfbahn gastierte und vor 10 500 Zuschauern mit 4:0 besiegt wurde war Fußball-Brieske im Oberhaus endgültig angekommen. Somit brachten die Knappen für die folgenden 13 Jahre Erstligafußball in die Niederlausitz.