#fsvnachwuchs ist Mannschaft des Jahres 2017

3. April 2018

Frühlingsempfang in Senftenberg

Die Stadt Senftenberg hat ihren Frühjahrsempfang genutzt, um ein Unternehmen, eine Mannschaft und einen Verein zu ehren. Von Jan Augustin (LR-online.de)

Steffen Philipp ist eine ehrliche Haut. Obwohl „das im Fernsehen ja immer so einfach aussieht“, sagt der Ortsvorsteher von Sedlitz auf der Bühne in einem gut gefüllten Saal der Briesker Kaiserkrone, habe er nun Lampenfieber. „Deshalb habe ich mir einen Arzt an die Seite gestellt“, erklärt er mit einem Schmunzeln. Hinter ihm steht Dr. Georg Schwabe, Chefarzt der Kinderklinik des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums. Beide halten im Wechsel eine Laudatio für „Mosh gegen Krebs“ beim Frühjahrsempfang der Stadt Senftenberg. Der Verein richtet in dem Senftenberger Ortsteil seit 2012 Benefizkonzerte zugunsten der Kinderkrebsstation des Cottbuser Krankenhauses aus: am 25. und 26. Mai zum sechsten Mal. Mosh bedeutet so viel wie Pogen – ein Tanzstil, der in der Metal- und Punkszene bekannt ist.

Mehr als 40 000 Euro sind durch die Konzerte über die Jahre schon zusammengekommen. Das Geld steckt die Kinderklinik vor allem in die Ausgestaltung der Räumlichkeiten. Zuletzt wurden Bilder gekauft, die für die Kinder Ablenkung bedeuten und Teil der Therapie sind, erläutert Georg Schwabe: „Die Bilder strahlen Kraft und Zuversicht aus.“ Martin Schmidt und Christian Schroschk vom Verein sind sichtlich glücklich über die anerkennenden Worte und genießen den Abend.

Stolz aber sind auch D-Junioren vom FSV Glückauf Brieske/Senftenberg. Auch sie werden geehrt. „Denn wer, bitte schön, darf sich schon Landesmeister nennen?“, sagt der noch bis Ende März amtierende Geschäftsführer des Fußball-Landesverbandes Brandenburg, Michael Hillman. Im vergangenen Sommer hatte das Team diesen „grandiosen Titel“ errungen, und dazu wurde die Mannschaft auch noch Vize-Landespokalsieger. „Wenn das kein Grund zum Feiern ist“, sagt Hillmann. Erst recht, wenn man sich über die erfolgreiche Titelverteidigung freuen durfte. Denn bereits im Jahr zuvor waren die zehn- bis zwölfjährigen Kicker Landesmeister geworden und hatten oben drauf noch den Pokal gewonnen.

Dass die Mannschaft einen solch erfolgreichen Lauf haben würde, habe sich schon in den Vorjahren abgezeichnet. Die jungen Knappen waren bereits 2014 und 2015 Staffelsieger der Landesliga-Süd gewesen, hinzu war der Vize-Landesmeistertitel gekommen. „Eine wahre Erfolgsgeschichte“, lobt der Chef des Landesverbandes.

Er erinnert gern auch an die Erfolge, die in der Briesker Kaiserkrone schon gefeiert wurden: der DDR-Vizemeistertitel der Briesker Knappen 1956 und der 3. Platz in der DDR-Oberliga zwei Jahre später. „Es sind viele schöne Erinnerungen. Und in meinen Augen sind sie auch immer mit einer Verpflichtung verbunden, Traditionen zu bewahren – und fortzuschreiben“, sagt Michael Hillmann.

Vor ziemlich genau 28 Jahren gründen drei junge Ingenieure im Süden des Landes Brandenburgs eine Softwareschmiede. Inzwischen ist das Unternehmen mit seinen Softwareprodukten für das Logistikmanagement von Schienengüterverkehren und das Anlagenmanagement von Fahrzeugflotten und technischen Anlagen weltweit tätig. „Was nach Silicon Valley klingt, ist eine Erfolgsgeschichte aus Senftenberg“, erklärt Laudator Tilo Schenker zum Unternehmen Zedas.

Als Ulrich Lieske, Wolfgang Jahn und Klaus Wonneberger am 19.  August 1990 das Unternehmen unter dem damaligen Firmennamen PC Soft anmeldeten, erhielt diese die Handelsregister-Nummer 0006.

„Heute operiert das Unternehmen in den drei Geschäftsbereichen Bahnlogistik, Anlagenmanagement sowie Systemintegration und hat sich mit erfolgreichen Softwareangeboten auf dem Weltmarkt etabliert“, berichtet der Laudator. Darunter befindet sich das Produkt zedas®cargo, eine Logistiklösung für den nationalen und internationalen Schienengüterverkehr. Die Anwender können damit Gütertransporte verwalten, steuern, überwachen und dokumentieren. Im australischen Queensland kommt die spezialisierte Lösung zedas®asset bei der Verwaltung des Straßenwesens zum Einsatz, erzählt Tilo Schenker, der ebenfalls erfolgreicher Unternehmer ist. Mit zedas®asset war PC-Soft bereits mehrfach international erfolgreich, etwa in den chilenischen Kupferminen und auf den Flughäfen in Mexico-Stadt, Toronto und Denver.

Und: Die Einschienenbahnen in  Las Vegas werden von Senftenberg aus gesteuert. „Und das ohne nennenswerte Verspätungen oder gar Zugausfälle“, sagt Schenker auch mit kollegialem Stolz. All das sei nur mit hoch qualifizierten und motivierten Mitarbeitern zu schaffen. „Bei Zedas werden kontinuierlich in jedem Jahr durchschnittlich vier bis fünf neue hochwertige Ingenieurarbeitsplätze als positive Konsequenz aus der Umsatzsteigerung geschaffen“, hebt der Laudator hervor. Der Ausbildungsbetrieb biete darüber hinaus in jedem Jahr vier Werkstudenten die Chance,  sich für einen Job nach dem Studium zu empfehlen.


Laudatio Briesker D-Junioren am 28. März 2018

Sehr geehrter Herr Landrat,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Abgeordnete,
lieber Präsident Herbert Tänzer,
meine Damen und Herren, liebe Gäste!

Ich freue mich sehr, heute bei Ihnen zu sein, um einige Worte zu sprechen zu Ehren junger Fußballer, die sich wohl kaum einen besseren Rahmen vorstellen könnten als diesen Frühjahrsempfang der Stadt Senftenberg. Ein Empfang, der weit und breit seinesgleichen suchen dürfte.

Es ist ein besonderer Rahmen und es ist ein historischer Ort, an dem wir zusammengekommen sind. Ein Ort, an dem jahrzehntelang Fußballgeschichte geschrieben wurde und heute ein weiteres, sehr erfreuliches Kapitel hinzugefügt wird.

Der eine oder andere unter Ihnen wird vielleicht noch wissen, dass hier in der „Kaiserkrone“ Erfolge wie der DDR-Vizemeistertitel der Briesker Knappen 1956 oder der 3. Platz in der DDR-Oberliga zwei Jahre später gefeiert wurde. Gerade in den Wochen und Monaten, da längst die Vorbereitungen auf das – man mag es kaum glauben – 100-jährige Vereinsjubiläum im kommenden Jahr begonnen haben, kramt man gern einmal in der Erinnerungskiste und holt Meilensteine hervor, die den Fußball in der Region geprägt haben. Es sind viele schöne Erinnerungen und in meinen Augen sind sie auch immer mit einer Verpflichtung verbunden, Traditionen zu bewahren – und fortzuschreiben.

Die jungen Fußballer, die wir in wenigen Minuten auf die Bühne bitten dürfen, werden vielleicht noch nichts von den glorreichen Briesker Zeiten, von Namen wie „Hotta“ Franke, „Heini“ Lemanczyk oder Harry Ratsch gehört haben. Aber sie schreiben schon fleißig ihr eigenes Kapitel in der Vereinschronik. Denn wer, bitte schön, darf sich schon Landesmeister nennen…?

Es sind die D-Junioren des FSV „Glückauf“, die im vergangenen Sommer diesen grandiosen Titel errangen und dazu wurden sie auch noch Vize-Landespokalsieger. Wenn das kein Grund zum Feiern ist…!

Erst recht, wenn man sich über die erfolgreiche Titelverteidigung freuen durfte. Denn bereits im Jahr zuvor waren die 10- bis 12-jährigen Kicker Landesmeister geworden und hatten oben drauf noch den Pokal gewonnen.

Dass die Mannschaft einen solch erfolgreichen Lauf haben würde, zeichnete sich schon in den Vorjahren ab. Damals noch in der Altersklasse der E-Junioren spielend, waren die jungen „Knappen“ bereits 2014 und 2015 Staffelsieger der Landesliga Süd gewesen, hinzu war der Vize-Landesmeistertitel gekommen. Eine wahre Erfolgsgeschichte, nicht wahr…?

Und es hat natürlich seine Gründe, dass die „Glückauf“-Junioren ihre Gegner förmlich an die Wand spielten, wenn es denn sein musste, auch den typischen Briesker Kampfgeist entfachten und sich selbst mit wunderschönen Toren belohnten.

Gute Einzelspieler sind da zu nennen. Stanley Ott ist einer von ihnen. Nach der Förderung im DFB-Stützpunkt des Fußballkreises jetzt Sportschüler der „Eliteschule des Fußballs“ in Cottbus. Wie auch Oskar Julpe. Ein Briesker in Cottbus! Mittlerweile sind wir stolz auf solche Geschichten, gehören die Rivalitäten in der Lausitz tatsächlich der Vergangenheit an. Und wir freuen uns, zwei talentierte Geschwister im Team zu haben. Mädchen und Junge. Jenny und Joe Löwe. Sie seit Jahren Landesauswahlspielerin und Sportschülerin in Potsdam. Er einst in Cottbus gesichtet und ab dem kommenden Jahr Spieler der SG Dynamo Dresden und Sportschüler in Elbflorenz. Fußball-Brieske als Sprungbrett auf dem Weg in den großen Fußball!

Und dies dank jener Männer, die nicht so sehr im Mittelpunkt stehen, die mit viel Fleiß und Leidenschaft, vor allem aber großer Kompetenz und Erfahrung die jungen Spieler formen und immer wieder das Beste aus ihnen herausholen. Es sind die Trainer. Und wenn einer von ihnen noch der Vater unseres Geschwisterpaares ist, dann kann man sich vorstellen, dass das gar nicht so leicht ist, die Verantwortung für das gesamte Team und die familiären Bindungen unter einen Hut zu bringen. Oftmals, so sagt die Erfahrung, ist der Vater zu seinen Kindern strenger als zu seinen übrigen Schützlingen. Vielleicht hat das ja auch geholfen, die letzten Prozente heraus zu kitzeln, die für solch großartige Ergebnisse notwendig waren.

Ja, es ist zum einen Jens Löwe, den man trotz seiner Mühlberger Wurzeln fast als Briesker Urgestein bezeichnen kann. Früher Spieler, jahrelang schon Übungsleiter der Frauenmannschaft und des Nachwuchses und einer, der selbst eine Fußballerin geheiratet hat. Jana Löwe, die viele Jahre als Spielerin an der Briesker Frauenfußballgeschichte mitgeschrieben hat. Die Liebe und das Talent zum Fußball wurde den Sprösslingen quasi in die Wiege gelegt, eingeschlossen der dritte Filius Justin, der inzwischen auch in Dresden seinen fußballerischen Weg gegangen ist.

Und: Es gibt einen zweiten – ganz positiv gemeint – fußballverrückten Trainer, Horst Rödel. Einer, der nicht nur ein Herz für die Kinder hat, sondern über viele Jahre dem Verein als Platzwart, Elektriker und Helfer zur Verfügung steht. Gerade dann, wenn Veranstaltungen wie die alljährlichen Hallenturniere oder das Oktoberfest anstehen, ist auf ihn genauso Verlass wie auf seine Frau Christine. Nein, Fußball spielte sie nicht, aber als Schatzmeisterin und Geschäftsstellenleiterin leistete sie über Jahre Großes und hierzu gehört sicher auch das Verständnis für die viele Zeit, die ihr Mann beim Training und den Spielen mit „seinen“ Kindern verbringt.

Letztlich, meine Damen und Herren, ist dies der oft beschworene „Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“, den Trainer und Übungsleiter, dazu die ungezählten Betreuer, Funktionäre und Helfer im Hintergrund im Ehrenamt vollbringen. Ohne auf die Uhr zu schauen, ohne die Gewähr auf Erfolg zu haben, einfach mit dem Herzen bei der Sache zu sein, dazu eine Familie an der Seite zu wissen, die die Leidenschaft für den Fußball mitträgt.

Und deshalb möchte ich meine Worte nicht nur als Glückwunsch für die jungen Landesmeister verstanden wissen, sondern auch als Dank an diejenigen, die Wegbereiter und Förderer dieser Erfolge waren – und: sicher bleiben werden. Denn in unserer, doch sehr schnelllebigen Zeit, in der auch das Ehrenamt einem Wandel unterliegt, das Gefühl zu haben, dass wir langjährige, treue Übungsleiter unter uns wissen, es darf uns allen Hoffnung vermitteln.

Hoffnung, dass unsere jungen Fußballer auch in den nächsten Jahren auf engagierte Trainer zählen dürfen.

Hoffnung, dass der FSV „Glückauf“ mit seinen aktuell 15 Mannschaften und über 300 Mitgliedern auch in seinem 100. Jubiläumsjahr und darüber hinaus eine sportliche Heimat für alle fußballbegeisterten Mädchen und Jungen sein wird.

Und Hoffnung, dass wir auch in Zukunft viele neue Erfolgskapitel lesen dürfen.

Einen herzlichen Glückwunsch den D-Junioren des FSV „Glückauf“ Brieske/Senftenberg und ein Dankeschön an alle Mitstreiter und Helfer!